Geschichte der Innung
Die Innungen (vormals Zünfte) sind Vereinigungen von Gewerbetreibenden des gleichen Gewerbezweiges in einer Region und wurden bereits im 12. Jahrhundert n. Chr. als Zunft gegründet. Es war Pflicht in der Zunft zu sein, alle Lehrlinge, Gesellen und Meister mussten der Zunft angehören und sich der Zunftordnung unterwerfen. Es gab eine eigene Rechtsprechung und Ordnung, ab dem 14. und 15. Jahrhundert wurden Vertreter der Zünfte an der politischen Leitung der Städte und Gemeinden beteiligt. Bis zum preußischen Edikt vom 2. November 1810 und vom 7. September 1811 waren die Zünfte für die Preisgestaltung, die Rechtsprechung (Bannrecht) und Gesetzgebung im Handwerk, Klärung von Streitigkeiten zuständig. Nach dieser Abschaffung des Zunftzwanges und der damit verbundenen Ordnung konnte der Gewerbefreiheit der Weg geebnet werden.
Nach dieser Neuordnung wurde das regionale Handwerk von industriellen Fabrikbetrieben mit Massenfabrikationen überschwemmt, Handarbeit wurde durch Maschinenerzeugnisse teilweise ersetzt. Das Handwerk verlangte Schutz und Zugeständnisse im Kampf gegen die Industrie und Einwanderung Ausländischer Gewerbetreibender. Erst nach der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches 1871 wurde dies in der Reichsgewerbeordnung teilweise berücksichtigt. Im Laufe der Jahre erfuhr die Reichsgewerbeordnung verschiedene Abänderungen, besonders am 26. Juli 1897 durch das Innungs- und Handwerkergesetzt, erst nach diesen Änderungen konnten die Innungen Ausgestaltet und wiederbelebt werden. Es wurden Innungen und die Handwerkskammern als öffentliche Interessenvertretungen des Handwerks gegründet.
1948 wurden die Innungen wieder zugelassen nach dem Sie nach dem 2. Weltkrieg durch die Alliierten verboten wurden. In den Städten Frankfurt, Darmstadt und Offenbach (Stadt & Kreis) erstarkten die Innungen rasch. Der Wunsch nach einer gemeinsamen Organisation in einer Region war bei jedem Selbstständigen vorhanden. Die Innungen wurden fortan, von einem aus dem Kreise der Selbstständigen Mitgliedern, gewählten Obermeister vertreten. Nur den Mitgliedern einer Innung war es gestattet bei öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen bzw. bei den Genossenschaften Waren und Werkzeuge zu beziehen. Die MalerEinkaufsgenossenschaften wurden von den Innungen unterstützt und ausgebaut. In Darmstadt wurde eine eigene Meisterschule gegründet und als Abendschule konnten hier viele Malerkollegen nebenberuflich Ihren Meisterbrief erwerben. Die Innung ist seit 1948 für alle Gesellenprüfungen in Rhein-Main (Frankfurt,Darmstadt, Offenbach Stadt & Kreis) im Auftrag der Handwerkskammer zuständig, organisiert und bewältigt jährlich über 400 Prüfungen. Seit 1996 wurden die Malerinnungen Darmstadt, Frankfurt und Offenbach Stadt & Kreis fusioniert, insgesamt 550 Betriebe stimmten dieser Fusion zu. Die Rhein-Main Region besteht heute eben nicht mehr aus 35 verschiedenen Ländern wie vor dem Wiener Kongress 1871, sondern ist eine Metropole in der Mitte Deutschlands. Die Innung wird zur Zeit von einem gewählten Vorstand aus 12 Mitgliedern und einem Obermeister vertreten. Die Mitgliederversammlungen bestimmen alle 3 Jahre einen neuen Vorstand, die Kontrollorgane (Kassenprüfer) und Gremien (Prüfungssauschüsse, Gesellenausschüsse).
Obermeister der Innungen seit 1945:
1945 - 1957 Rudolf Grünewald (Darmstadt)
1957 - 1990 Willi Riedel (Darmstadt war auch LIM Hessen)
1990 - 1996 Klaus Böhmer (Darmstadt, war auch LIM Hessen)
1945 - 1969 Walter Wieser (Frankfurt)
1969 - 19xx Becker (Frankfurt)
19xx - 19xx Helmut Emmerich (Frankfurt)
19xx - 19xx Manfred Schönbrunn (Frankfurt)
19xx - 1996 Peter Mensinger (Frankfurt)
1945 - 1950 Friedrich Kohler (Offenbach)
1951 - 1956 Ernst Ross (Offenbach, 1956 im Amt verstorben)
1956 - 1960 Kilian Veith (Offenbach)
1960 - 19xx Max Veith (Offenbach war auch KHM Offenbach)
19xx - 1989 Leo Keskari (Offenbach)
1989 - 1996 Alois Isser (Offenbach)
Obermeister der Innung Rhein-Main
1996 - 1999 Günther (Rhein-Main, 1999 im Amt verstorben)
1996 - 2005 Peter Mensinger (Regionalobermeister Frankfurt)
1996 - 2002 Klaus Böhmer (Regionalobermeister Darmstadt)
1996 - 1999 Alois Isser (Regionalobermeister Offenbach)
1999 - 2005 Alois Isser (Rhein-Main)
2005 - 2008 Norbert Dieter (Regionalobermeister Frankfurt)
2005 - 2008 Rainer Schüller (Regionalobermeister Offenbach)
2005 - 2011 Hans-Werner Schmitt (Rhein-Main)
2008 - 2011 Dr. Walter Schreck (stv. Obermeister Rhein-Main)
2008 - heute Alois Isser (Regionalobermeister Offenbach)
2011 - heute Felix Diemerling (Regionalobermeister Frankfurt )
2011 - heute Walter Zimmermann (Regionalobermeister Darmstadt)
2011 - heute Jürgen Jobmann (Obermeister Rhein-Main )
Ehrenobermeister der Innung:
Ehrenobermeister Walter Wieser (seit 1969 davor Obermeister Frankfurt, verstorben)
Ehrenobermeister Willi Riedel (seit 1990 davor von 1959 - 1990 Obermeister Darmstadt uvm., verstorben)
Ehrenobermeister Leo Keskari (seit 1984 davor Obermeister Innung Offenbach) in 1999 verstorben
Ehrenobermeister Max Veith (seit 1974 davor Obermeister Innung Offenbach uvm. in 2011 verstorben)

