Mitgliederversammlung 2018: Informativ und kurzweilig


21.02.2018 / 16:12 / 217 Tag(e)


85 Besucher erleben ein Feuerwerk an Information


Am Eingang kam es kurz zum Stocken: Die erfreulich vielen Besucher (85 Personen) der diesjährigen Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 21.2. in der Neuen Stadthalle Langen brachten das noch neue Geschäftsstellenteam beim Anmeldeprocedere etwas ins Schwitzen. Mit der symphatischen Art von Frau Muche und Herrn Letschert, konnte aber auch diese kleine Unzulänglichkeit gut ausgeglichen werden.

Gut besucht war der extra angemietete Ausstellungsraum für die Arbeiten der Montagsmaler. Hier wurden einige ausgewählte Arbeiten unseres Förderkreises für junge Maler gezeigt. Bei einem Ratespiel sollten die Besucher das Original unter 7 Holzimitationen der Montagsmaler rausfinden und auf einem Zettel notieren. Die Auflösung gab es dann in der Versammlung nach dem Essen.

Auch im Veranstaltungsraum wurden noch einige Exponate der Montagsmaler gezeigt, ebenso einige Fahrzeuge von unserem Lackierer-Design-Preis.

Nach der Eröffnung durch Obermeister Jürgen Jobmann und dem Gedenken an die im vergangenen Jahr von uns gegangenen Kollegen folgte der Jahresbericht durch unseren Geschäftsführer Felix Diemerling: Durch den Umzug der Innungsgeschäftsstelle und Bezug des neuen Aus- und Weiterbildungszentrums am Anfang des Jahres, die hohe Fluktuation auf der Innungsgeschäftsstelle und den schwierigen Entwicklungen im Prüfungsbereich war 2017 ein besonders intensives „Innungsjahr“. Trotz aller Widrigkeiten haben Vorstand und Geschäftsführung aber auch in diesem turbulenten Jahr den Fokus auf die von den Mitgliedern vorgegebenen Mega-Themen „Schwarzarbeitsbekämpfung – fairer Wettbewerb“ und Ausbildung gehalten.

So konnte Diemerling von mittlerweile 545 abgehmahnten Betrieben berichten, die auch regelmäßig wieder überprüft werden. So hat zum Beispiel ein Mühlheimer „Raumausstatter“ nach erfolgter Abmahnung eine Unterlassungserklärung abgegeben, in der er sich verpflichtet Malerarbeiten weder zu bewerben noch auszuführen. Ungeachtet dessen hat er seine Autos mit Werbung für Malerabeiten beschriftet, sein Ladengeschäft entsprechend gekennzeichnet und im örtlichen Wochenblatt regelmäßig Anzeigen für Malerarbeiten geschaltet. Nachdem die Innung die in der Unterlassungserklärung vereinbarte Vertragsstrafe von 1.500 € eingefordert hat, hat der Betrieb nicht mehr reagiert. Daraufhin hat die Innung geklagt und Ende Januar in Form eines Anerkennungsurteils den Prozess klar gewonnen. Ebenso wurde die Revision gegen die Firma Treureal gewonnen. Gerade dieses beharrliche Nachverfolgen macht die Nachhaltigkeit unserer Arbeit aus.

Bei der Ausbildungs-Offensive gilt die Konzentration nach der Rückgabe der Prüfungen an die Kammer  (siehe gesondereter Bericht) ganz den Themen „Nachwuchswerbung“ und „praxisorientierte Unterstützung der Ausbildungsbetriebe“. Eine solide Ausbildung durch die Betriebe ist dabei die notwendige Grundlage für eine effektive Nachwuchswerbung. Hier hat die Innung in den letzten Jahren ein großes Netzwerk an berufsberatenden Stellen aufgebaut. Seit letztem Herbst ist die Geschäftsstelle dabei, die berufsberatenden Lehrer an allen weiterbildenden Schulen im Innungsgebiet zu kontaktieren. Ziel ist die flächendeckende Vorstellung unserer farbigen Berufe an allen weiterbildenden Schulen. Dabei sollen möglichst viele Mitgliedsbetriebe eingebunden werden. Die Innung hat hier koordinierende Funktion. Natürlich wird Ausbildungstrainer Uwe Dittrich an den Schulen auftreten, für die wir keinen Betrieb finden. Angesichts eines Rückgangs der Ausbildungszahlen um rund 70 % in 15 Jahren (2000: 47.000 Auszubildende, 2015: 15.000 Auszubildende) ist dies eine zentrale und für unser Handwerk geradezu überlebenswichtige Aufgabe.

Nebst diesen beiden Schwerpunktthemen wurde natürlich auch über die politische Arbeit der Innung in unserer Region, die intensive Seminararbeit der Innung im Berichtszeitraum und die zahlreichen ergänzenden Aktivitäten – z.B. die laufende Werbeaktion für das duale Studium (siehe gesonderter Bericht) – informiert. „Vor Jahresberichten hat man ja gewöhnlich ja eher Angst, aber das hier bei der Innung war richtig gut. Informativ und kurzweilig wurden ganz viele spannende Fakten rübergebracht, ich bin überrascht was hier alles gelaufen ist“ so ein Teilnehmer.

Adolf Gorczynski, bis Ende 2017 Vorstandsvorsitzender der MEG Südwest, wurde von Obermeister Jobmann mit dem Lukasblatt – der höchsten Auszeichnung unserer Innung – für besondere Verdienste um das Malerhandwerk und unsere Innung geehrt. Damit wollte die Innung ihren Dank für das große Engagement von Herrn Gorczynski bei der Entwicklung unseres Aus- und Weiterbildungszentrums zum Ausdruck bringen. Herzlichen Dank für die unglaubliche Unterstützung!

Unter großem Applaus wurden dann unsere beiden Dozenten für die Montagsmaler, die Malermeister Norbert Dehmel und Norbert Dieter für ihren wahnsinnigen Einsatz geehrt. Beide Dozenten haben gemeinsam 31 Montagabende jeweils von 18 bis 21 Uhr unterrichtet, zuzüglich der Vor- und Nachbereitung. Und alles komplett ehrenamtlich, ohne einen Cent Aufwandsentschädigung. Im Gegenteil haben beide noch private Utensilien für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Für diesen ehrenhaften Einsatz gab es für Beide ein Wellness-Wochenende mit Partnerinnen. Die zahlreiche anwesenden jungen Maler aus dem Förderkreis haben auf der Mitgliederversammlung ihre Teilnahmebestätigungen übergeben bekommen. Dabei haben die Jugendlichen für die beiden Norberts jeweils eine Auswahl an besonderen Biersorten, sowie jeweils ein graviertes Bierglas als Dankeschön übergeben. Lukas Walter hat sich stellvertretend für die Gruppe bei den beidne Norberts bedankt und geschildert, wie toll dieses Angebot bei den jungen Malern ankommt.

Bei den Betriebsjubilaren wurden Andreas Seibert (Langen, 25 Jahre), unser Ausbildungstrainer Uwe Dittrich (Frankfurt, 50 Jahre) und Patrick Klein (Frankfurt, 25 Jahte) geehrt.

Für das leibliches Wohl war durch ein bestens bestücktes Buffet gesorgt. Die Essenspause wurde auch zu vielen anregenden Gesprächen unter Kollegen genutzt, so haben zwei Kollegen den Austausch ihrer Azubis vereinbart, weil beide Betriebe sehr spezialisiert sind und so nicht alle Bereiche unseres breiten Berufsfeldes selbst abdecken. So geht Innung.

Den inhaltlichen Schwerpunkt besetzte dieses Jahr das Thema „Diesel ade – E-Mobilität juchee?“. Armin Bayer, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik bei der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, hat einen Überblick über den Stand der Diskussion um Dieselfahrverbote gegeben. Solche Fahrverbote scheinen zur Zeit wahrscheinlich, wenngleich die Handwerksorganisation – wie schon bei der Umweltzone – für vernünftige Übergangs- und Ausnahmeregelungen für Handwerker kämpft. Konkrete Entscheidungen dürfen für 2018 erwartet werden, bis es aber tatsächlich zu Fahrverboten kommt dauert es wohl noch etwas länger. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Bei der E-Mobilität wurden verfügbare Transporter vorgestellt, Fördermöglichkeiten umrissen und die Ladeinfrastruktur thematisiert. Den Vortrag von Herrn Bayer, sowie eine umfassende Broschüre des Landes Hessen zur E-Mobilität können Sie bei annika.muche@farbe-rhein-main.de anfordern.

Nach dem offiziellen Ende nutzten viele Kollegen die Gelegenheit sich noch bei einem Bierchen auszutauschen. So fand ein gelungener Abend einen schönen Abschluss.


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